Inaber der P und P Studios Stefan

Nachgefragt: Audio Branding in der Praxis


Akustische Markenentwicklung zur Generierung hörbarer Marken – so lautet die Expertendefintion des Audio Brandings. Doch wie genau funktioniert der Prozess des akustischen Markenaufbaus und was macht erfolgreiches Audio Branding aus? Wir haben beim Inhaber der P&P Studios Audio-Agentur nachgefragt. Im Interview finden Sie die Antworten.

Eine Einführung in die Welt der akustischen Markenentwicklung haben wir Ihnen bereits in diesem Beitrag präsentiert, in dem Michael Kraus Sie in die Theorie des Corporate Designs für die Ohren einführte. Nun wagen wir den Schritt in die Praxis und erklären Ihnen zusammen mit einem erfahrenen Audiobrander, wie Audio Branding für Fortgeschrittene funktioniert.

Inaber der P und P Studios Stefan

Stefan hat langjährige Erfahrung in der auditiven Kommunikation. Er weiß, worauf es bei einem erfolgreichen Audio Branding ankommt.

Audio Branding für Fortgeschrittene

Bereits seit über 30 Jahren ist Stefan bei den P&P Studios im Bereich des Audio Brandings tätig – seit 2008 sogar als deren Inhaber. Die Audio-Agentur produziert hochwertige Audioprodukte, die laut Stefan vor allem für Marketingzwecke eingesetzt werden: „Radiowerbung, professionelle Telefonansagen für Warteschleifen und Anrufbeantworter, Podcasts und eben auch umfassende Sound-Design-Konzepte für Firmen, die das Unternehmen hörbar machen.“


Als Full-Service-Audiodienstleister „bieten die P&P Studios Beratung, Konzeption, Kreation und Mediaplanung für eine hörbare Komplettlösung. Zu den Kunden zählen Marken und Unternehmen, Radiosender, Werbeagenturen und Kulturträger“, erklärt der Inhaber.

Von ihm haben wir erfahren, wie der Prozess einer erfolgreichen akustischen Markenentwicklung funktioniert.

Auf den Punkt gebracht: Was ist eigentlich Audio Branding?

Stefan: „Audio Branding ist der am Produkt oder an der Corporate Identity des betreffenden Unternehmens und am bestehenden Marketing orientierte Prozess, durch den die Marke oder das Unternehmen einen eigenen Corporate Sound erhält. Corporate Sound ist also das Ergebnis des Audio Brandings.“

Welche Stufen werden bei diesem Prozess durchlaufen?

Stefan: Nach dem Briefing erhält der Auftraggeber ein schriftliches Konzept, das die Idee für das Kernelement (Audiologo) erläutert und begründet.

justYou

Jetzt ist Kompositioinstalent gefragt: Erst durch den Vergleich verschiedener Klangfarben und -motive kann das passende Audiologo gefunden werden.

Der Komponist und Sounddesigner wird auf Basis des schriftlichen Konzepts das Audiologo unter Umständen in verschiedenen Versionen oder Klangfacetten erstellen. Das Ergebnis präsentiert er dem Kunden bei einer Audition im Studio oder vor Ort. Dabei ist es wichtig, dem Kunden auch feinste Nuancen durch diverse Mischungen oder Zusammensetzungen des Logos hörbar machen zu können. Aus diesem Grund ist eine Präsentation im Studio am besten, da wir direkt am Produktionssystem mit allen Klangfarben am besten arbeiten können.

Daneben gibt es immer wieder Zwischenschritte, bei denen der Kunde mitentscheidet. Wenn zum Beispiel eine immer gleichbleibende Stimme Teil des Corporate Sounds sein soll (Corporate Voice), kann man aus der Firmenphilosophie gemeinsam herleiten, welche Art Stimme Frage kommt. Der Kunde kann dann aus dem gefunden Kreis der möglichen Sprecher die Auswahl treffen.“

Ein detailliertes Grundrezept zum Audio Branding finden Sie im Blog der P&P Studios.

Was macht ein erfolgreiches Audio Branding aus?

Stefan: „Fragen, fragen, fragen … und zwar den Auftraggeber. Es ist wichtig, soviel wie möglich über das Produkt oder das Unternehmen zu erfahren: seine Geschichte, die Firmenphilosophie, den Grund für das Aussehen des visuellen Logos, die Medien, die bisher auditiv oder audiovisuell bedient werden und vieles mehr.

Brainstorming mit Kunde

Um ein perfekt auf das Unternehmen abgestimmtes Audiolog kreieren zu können, ist die Arbeit nah am Kunden essentiell.

Ein erfolgreiches Audio Branding nimmt den Auftraggeber bei der Entstehung des Corporate Sounds an die Hand, indem es ihm nicht die Katze im Sack ‚verkauft‘ sondern ihn in den Prozess einbezieht und ihn immer wieder bei Teilergebnissen wie bei Zwischen-Auditions oder Hörbeispielen entscheiden lässt. Damit kann sich der Entscheider und die Firma mit dem Ergebnis letztlich auch identifizieren.

Das Ergebnis des Audio Brandings – in der Regel ein Audiologo und dessen weitere Ausformungen oder ein Soundscape – ist nicht beliebig, sondern verdankt seinen Klang der hörbaren Abbildung der Attribute des Produkts oder der Identität des Unternehmens.“

Und wie Sie sich ein solches gelungenes Ergebnis vorstellen können, sehen Sie in diesem Video:

Nicht die Technik, sondern die Passform bringt den Erfolg

Und dass der Erfolg eines Audiologos nicht von modernster Technik, sondern von einer exakten Vertonung in Abstimmung auf Produkt und Marke abhängt, zeigen Stefans Vorzeigebeispiele gelungener Audio Brandings:

„Audio Branding, Corporate Sound oder auch das Audiologo erscheinen einem als so neue Begriffe, dabei gibt es wunderbare Beispiele für Audiologos, die schon „uralt“ sind.

Das ‚Schneekoppe‘ Audiologo – ein Ruf wie vom Berg herunter, mit einem Hall, der nach Weite ’und Kälte klingt – ist eine Eins-a-Übersetzung des (alten!) visuellen Logos dieser Marke.

Genauso alt ist das Audiologo von ‚Sanostol‘, einem Multivitaminsaft für Kinder: Der Produktname wurde von Kindern in einer einfachen, kindlichen Melodie gesungen. Absolut passgenau und einzigartig.

Audiologo O2 visualisiert

Schon das visualisierte Audiologo von O2 erinnert an plätscherndes Wasser.

Sehr gelungen ist auch der liquide Klang oder Soundscape, mit dem ‚O2‘ auftritt und dadurch perfekt an die Bilderwelt der Marke andockt.“

Vielen Dank an Stefan für die Praxistipps zum Audio Branding.

Bilder: Bild 1: (c) P&P Studios, Bild 2: (c) iStock / justYou, Bild 3: (c) iStock / Tijana87, Bild 4: (c) iStock / ReidlPhoto

 


Werbung nervt und ist trotzdem unverzichtbar. Zwischen zahlreichen langweiligen Spots, gibt es aber immer wieder kreative Lichtblicke. Diese zu erforschen, ist meine Leidenschaft.

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