Erklärvideos: Wissenswertes und Tipps zu Einsatzmöglichkeiten, Produktion und Inhalten

26. Februar 2015
THEMENREIHE IMAGEFILM

Erklärvideos sind zum neuen Trend avanciert sowohl im B2B als auch im B2C. Neben seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten als Marketinginstrument, kann es zudem eine gute Lösung zur firmeninternen Kommunikation bieten. Doch wo und zu welchem Zweck können diese eingesetzt werden und was muss bei der Konzeption und Produktion alles beachtet werden? Dazu haben wir drei Experten – allesamt Inhaber von Videoagenturen, die sich auf die Erklärvideo-Produktion spezialisiert haben – befragt.

Erklärvideos als Marketinginstrument

Da Erklärvideos eine gute Möglichkeit sind, um einer bestimmten Zielgruppe komplexe Sachverhalte näher zu bringen, bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für fast alle Produkte oder Dienstleistungen. Unternehmen können sie als Marketinginstrument einsetzen, um sich, seine Dienstleistungen oder Produkte zu präsentieren. Aber auch für firmeninterne Zwecke wie der Kommunikation aktueller Geschehnisse im Unternehmen sind sie nützlich.

Doch was genau sollte solch ein Film enthalten, damit dieser auch die gewünschte Zielgruppe – sowohl extern als auch intern – erreicht? Nach Florian Rauscher von erklärvideo.de – deren Schwerpunkt im Bereich technischer Produkte und Dienstleistungen liegt – sollten in einem Erklärfilm folgende vier Punkte gegeben sein, damit dieser ein Erfolg wird:


1. Das Best-Of des Produktes

„Das Erklärvideo sollte nur die wichtigsten Vorteile des Produktes oder der Dienstleistung prägnant auf den Punkt bringen.“

2. Verständliche Darstellung

„Die Handhabung des Produktes muss verständlich vorgestellt werden“. Dies kann beispielsweise gewährleistet werden durch „Schaugrafiken und nachillustrierte Screenshots von Apps oder Software.“

3. Animation des Nutzers

„Dem Nutzer muss Lust auf mehr gemacht werden. Er soll dazu animiert werden, das Produkt oder die Dienstleistung zum Beispiel mit einer Gratis-Mitgliedschaft oder einem Download einer Textversion bei Software auszuprobieren.“

4. Identifikation des Nutzers durch direkte Ansprache

„Erklärvideos haben auch immer mindestens einen Protagonisten, der die Rolle des Kunden übernimmt und zu dem die Zuschauer eine Empathie aufbauen sollen.“

Durch Originalität zu Viralität

Dass gute Inhalte vor allem in der schnelllebigen Onlinevideo-Welt nicht alles sind, dürfte klar sein. Denn es kommt vor allem auch auf eine ansprechende Darstellung dieser Inhalte an, die Nutzer zur Weiterverbreitung anregt. Doch was kann man tun, um virale Effekte zu erzielen und sich von der Masse abzuheben?

Die Devise hierbei heißt: Nicht nur erklärende Information, sondern auch Unterhaltung bieten! Hier empfiehlt Florian Rauscher: „Am besten mit einer sehr lustigen Geschichte und skurrilen und einzigartigen Protagonisten.“ Denn: Originelle und lustige Videos werden viel eher im Netz angeschaut und geteilt als standardmäßiger Einheitsbrei.

Vor allem animierte Videos, auf die sich erklärvideo.de spezialisiert haben, erfreuen sich zu diesem Zweck zunehmender Beliebtheit. Der wesentliche Vorteil: „Ein animiertes Erklärvideo macht optisch mehr her als ein klassisches Handlege‐Erklärvideo. Animationen bieten unendliche Möglichkeiten Themen zum Beispiel mit animierten Schaugrafiken anschaulich zu erklären.“

Zudem sind animierte Videos für nahezu jedes Unternehmen geeignet – entscheidend hierbei ist die Außendarstellung des jeweiligen Kunden: „Soll die Darstellung locker sein, empfehlen wir ein humorvolles Cartoon-Video. Ist der Kunde eher seriös, sollte das Video abstrakt und schlicht sein.“

animierter Erklärfilm

Inhouse-Videos zur firmeninternen Kommunikation

Vor allem Inhouse-Erklärvideos, also Filme, die zu firmeninternen Zwecken produziert werden, haben viele Vorteile. Denn sie können auch komplexe Sachverhalte und Umstrukturierungen einer Vielzahl von Mitarbeitern möglichst schnell und effizient näher bringen. Gerade solche umfangreichen Themen sind Herausforderungen, denen sich wachsende und innovative Unternehmen gegenüber sehen.

Zum einen ist es schwer, nur durch erklärende Textdokumente die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu gewinnen, zum anderen sind jedoch Präsenztrainings oft mit einem erheblichen Zeit-und Kostenaufwand verbunden. Hier können Inhouse-Filme eine optimale Alternative bieten. Zu dieser Lösung rät auch Jens Schmelzle von simpleshow.de, dessen Filmagentur sich auf Inhouse-Produktionen spezialisiert hat: „Mit Erklärvideos schaffen es die Unternehmen, ihrem Team Sachverhalte oder Entscheidungen in 3 Minuten zu erläutern. Diese Videos kann jeder kurz zwischendurch ansehen – und das Beste: Sie machen Spaß! Die Mitarbeiter schauen sich den Film sogar freiwillig bis zum Schluss an und finden das Format sympathisch. Sie sind also motiviert, sich mit dem Thema zu beschäftigen.“

Die Videoproduktion: mit dem richtigen Konzept zum Erfolg

Doch was muss bei der Erstellung eines Erklär-Videos generell beachtet werden, damit die beabsichtigte Botschaft wirklich bei der Zielgruppe ankommt und verstanden wird? Dazu ein vier wichtige Tipps von Jens Schmelzle:

1. Investition in einen Profi

„Viele unterschätzen den Aufwand, den die Konzeption und Produktion eines solchen Clips mit sich bringt. Gerade die Papierlegetechnik sieht einfach aus und erweckt den Eindruck, man hätte das „mal eben schnell zusammengeschustert“. Aber so ist es eben nicht. Wenn diese Erkenntnis zu spät heranreift, hat man intern schon hohe Aufwände angesammelt und vielleicht sogar noch ein mangelhaftes Ergebnis in der Hand.“

2. Ausführliche Zielgruppenanalyse

„Eine Firma sollte sich lieber zunächst genau Gedanken über die Zielgruppe und den Einsatzzweck eines solchen Videos machen und dann einen Erklärexperten wie die simpleshow hinzuziehen. Dieser kann objektiv beraten, wie das Video gestaltet sein sollte und welche Inhalte darin vorkommen müssen“

3. Sorgfältiges Konzept

„Die Qualität eines Clips wird im Wesentlichen in der Konzeption bestimmt, also sollte man genau hier auch vom Knowhow eines Partners profitieren. Wichtig ist, dass der Anbieter ausreichend Erfahrung mitbringt und gute Referenzen vorweisen kann.“

4. Ansprechende und leicht verständliche Inhalte

Um das Interesse des Zuschauers erwecken und vor allem auch halten zu können, spielt das Storytelling eine wichtige Rolle: „Es geht hierbei vor allem darum, dass der Zuschauer eine Identifikation mit dem Thema aufbaut. In vielen Fällen führen wir deshalb auch eine Hauptfigur ein, die durch den Film führt. Auch die Gliederung der Geschichte, also der Spannungsverlauf des Clips, ist von enormer Relevanz für das Verständnis und damit auch die Nachvollziehbarkeit beim Betrachter. Dies sollte man zudem mit einer guten Visualisierung und einer dem Thema angemessenen Prise Humor würzen.“

Die Simpleshow-Erklärmethodik

Eine gute Möglichkeit zur leicht verständlichen und gleichzeitig unterhaltsamen Vermittlung von Informationen bietet die von simpleshow.de angebotene Simpleshow-Erklärmethodik. Diese reduziert sich in ihrer Darstellung der Inhalte schlichtweg auf das Wesentliche sowohl inhaltlich als auch gestalterisch: Die visuelle Information einer simpleshow ist im Vergleich zu einem Realfilm sehr stark abstrahiert und symbolisch – und damit sehr leicht erkennbar. Dies hilft beim schnellen Verstehen und Abspeichern von Informationen. Zum anderen spielt die Zusammensetzung der Gestaltungselemente aus Bild, Ton und Timing eine Rolle. Wir nutzen hier ganz bewusst das Prinzip der Multisensorik, um Informationen sowohl über die akustische als auch die visuelle Ebene zu kommunizieren. Die richtige Kombination erzielt einen hohen Lerneffekt beim Betrachter, sogar über unterschiedlichen Lerntypen hinweg.“

Erklärfilme international: der multilinguale Einsatz

Gerade für den mehrsprachigen Einsatz sind Erklärvideos besonders geeignet. Armin Ruser, dessen Firma ahavideos.de langjährige Erfahrung in der Produktion multilingualer Erklärfilme besitzt, sieht dafür folgende Gründe: Erklärvideos vermitteln dem Betrachter die Informationen über zwei Kanäle – die Bildsprache und das Voice Over. In den westlichen Kulturkreisen ist die Bildsprache bzw. die Verwendung von Grafiken und Symbolen recht homogen, so dass die wesentlichen Inhalte eines Erklärvideos schon ohne Übersetzung in den verschiedenen Ländern verstanden werden können. Man muss also „nur“ das Voice Over austauschen. Das ist recht einfach und vor allem kostengünstig möglich, da man nicht wie beim Realfilm Lippensynchron einsprechen und schneiden muss. Sollten einzelne Grafiken oder Symbole landestypisch angepasst werden müssen, ist das wesentlich schneller und kostengünstiger machbar, als wenn man einzelne Szenen nochmal neu verfilmen müsste.“

simpleshow_post_production_web

Die richtige Übersetzung

Eine inhaltlich originalgetreue Übersetzung ist beim mehrsprachigen Erklärvideo sehr wichtig, denn schließlich stellt der Text eines Erklärvideos den Sachverhalt sehr konzentriert dar. Das Fehlen von nur kleinen Satzfragmenten kann demzufolge den gesamten Sinn des Videos verändern. Daher sollte man folgendes beachten: „Man sollte die Übersetzung bei Bedarf an das Zielland anpassen, und nicht wortgetreu übersetzen. Andere Sprachen benutzen z.B. andere Satzkonstruktionen. Schon allein das kann dazu führen, dass man einen Gedankengang anders aufbauen muss, damit es in der übersetzten Sprache immer noch natürlich klingt und nachvollziehbar ist. Bei der Übersetzung eines Textes ist auch wichtig, dass der übersetzte Text laut vorgelesen die gleiche Länge hat, wie der Originaltext. Sonst kann es passieren, dass die Animation an der einen oder anderen Stelle zu hastig oder zu langatmig wird.“

Humoristische Elemente richtig angepasst

Ein weiterer Aspekt, bei dem aus übersetzungstechnischen Gründen Vorsicht geboten ist, ist auch der Einsatz von Wortwitzen. Prinzipiell machen bei einem in mehreren Sprachen produzierten Erklärfilm, landestypische Wortwitze wenig Sinn. „Dann arbeitet man am besten mit humoristischen Elementen, die über die Länder hinweg verstanden werden. Will man trotzdem und bewusst mit landestypischem Humor arbeiten, sollte man schon in der Konzeption mutlilingual denken. Sonst führt das später evtl. dazu, dass die Story des Erklärvideos nicht mehr funktioniert. Dann lässt man den Erklärfilm am besten von einem Muttersprachler übersetzen. Den brieft man vorher auf eventuelle landestypischen Wortspiele/-witze mit der Bitte um eine landestypische Übersetzung. Das heißt aber auch, dass dann einzelne Grafiken oder Symbole im Video angepasst werden müssen.“

Bild1: ©erklärvideo.de

Bild2: ©ahavideos.de

Bild3: ©simpleshow.com


Marketing im digitalen Zeitalter – eine echte Herausforderung. Neue Kommunikationswege haben die Erwartungen und Bedürfnisse von Zielgruppen grundlegend verändert. Gefragt sind kreative Ideen und Innovationen. Und genau diese rasanten Entwicklungen machen die bunte Marketingwelt für mich zu einem der spannendsten Gebiete überhaupt.

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