Student mit Laptop

Hochschulblogs: Modernes Lernen oder moderner Unsinn?


Fast jede große Universität Deutschlands hat mittlerweile einen Blog, über den gelernt, diskutiert, beurteilt und Lerninhalte verbreitet werden können. Haben diese Blogs einen Nutzen? Bringen sie wirklich den gewünschten Erfolg und die erwartete Resonanz? Welches Potential sich hinter Hochschulblogs wirklich verbirgt, erfahrt ihr hier.

Student mit Laptop

Lerninhalte nachholen und vertiefen ohne in Zeitnot zu geraten? Mit Hochschulblogs kann es klappen.

Um den eigenen Studenten eine geeignete Plattform für Diskussionen, Feedback und die Übermittlung von Lerninhalten zu geben, bieten Hochschulblogs eine optimale Ausgangsbasis. Durch die Verknüpfung zahlreicher Eigenschaften von eLearning über Chat- und Feedback-Möglichkeiten können Universitäten so ihr eigenes soziales Netzwerk schaffen und pflegen. Einen Vergleich verschiedener Hochschulblogs haben wir bei der HWR-Berlin entdeckt. Hier werden in einem Blogbeitrag ausführlich, gut gegliedert und verständlich verschiedenen Hochschulblogs miteinander verglichen. Besonders schön ist in dem Beitrag der Teil, in dem es um die Stärken und Schwächen der eLearning-Plattformen geht. Durch die Darstellung anhand einer Tabelle, können wir auf einen Blick erkennen, welche besonderen Vorteile jeder Blog bietet.

Welchen Zweck soll ein Hochschulblog erfüllen?


Hochschulblogs unterscheiden sich von gewöhnlichen Blogs insoweit, dass sie nicht allein auf das Posten themenrelevanter Blogbeiträge beschränkt sind, sondern im Bestfall eine e-Learning-Plattform für die Studenten darstellt. Dadurch erschließt sich eine Vielzahl an neuen Aufgaben, die ein Hochschulblog erfüllen kann, wie zum Beispiel:

  • Rezeptionsmöglichkeiten
  • Kompetenzerwerb
  • Flexible Lernbegleitung und -gestaltung
  • Zusätzliche Dialogmöglichkeit
  • Reflexion der Lernprozesse
  • Lernprozesse managen
Studenten lernen

Überall online auf Lehrmaterialien zurückgreifen zu können hat seine Vorteile.

Rezeptionsmöglichkeiten

Angebot: Lernmaterialien in verschiedenen medialen Formen, wie Text, Ton, Video, Bild oder interaktive Simulation zur Verfügung stellen.

Ziel: Inhaltsspezifische, auf das Lernziel abgestimmte Lernressourcen schaffen und die Möglichkeit des selbstgesteuerten Studiums unterstützen.

Kompetenzerwerb

Angebot: Gruppenarbeitsprozesse anhand webbasierter Kooperationswerkzeuge wie Wikis, Foren, interaktiven Whiteboards und Application Sharing unterstützen.

Ziel: Verarbeitung von Wissensinhalten zu aktivem Wissen bis hin zu der Entwicklung vielfältigerKompetenzen.

Flexible Lernbegleitung und -gestaltung

Angebot: Betreuung und Beratung beim Lernen durch Möglichkeiten wie E-Mail-Verteiler, Foren, Chats, Videokonferenzen und Wikis.

Ziel: Die Studienqualität erhöhen und einen Zugewinn an Studienmöglichkeiten schaffen, auch bei Auslandssemestern und berufsbegleitenden Studiengängen.

Screenshot HWR Berlin

Hochschulblogs wie beispielsweise der der HWR Berlin decken ein breites Themenspektrum ab.

Zusätzliche Dialogmöglichkeit

Angebot: Lernmaterial kann für selbstgesteuerte Studium in Form von WBTs, Vorlesungsaufzeichnungen, Videos und Podcasts online bereitgestellt werden.

Ziel: Die Vermittlung von Grundlagen in die Zeit jenseits der Präsenzveranstaltung verlagern, sodass Präsenzveranstaltungen stärker für die vertiefte Diskussion und die Behandlung von Anwendungsbeispielen genutzt werden können.

Reflexion der Lernprozesse

Angebot: Lernprozesse und Lernfortschritte können durch interaktive Online-Übungen besser dokumentiert und begleitet werden. Als Grundlage für die Reflexion von Lernbewegungen und -problemen wird ein automatisiertes Feedback eingesetzt.

Ziel: Lernschwierigkeiten können dadurch identifiziert und sowohl von Seiten der Lehrenden als auch von Seite der Studenten gezielt behandelt werden.

Lernprozesse managen

Angebot: Durch ein geeignetes Rechteverwaltungssystem der Lernplattform wird z.B. der rechtlich korrekte Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken und deren Verwendung im Online-Bereich erleichtert.

Ziel: Webbasierte Lernplattformen, multimediale Unterrichtsmaterialien und Lehrveranstaltungen können parallel und sequenziell mehrfach verwendet werden, wodurch die Lerneffizienz gesteigert werden kann.

Studentin nachts vor dem PC

Egal ob tag- oder nachtaktiv, durch ELearning-Plattformen kann jeder dann lernen, wenn es für ihn am sinnvollsten ist.

Das große Ziel: Weiterbildung rund um die Uhr

Durch die ständige Möglichkeit, Lern- und Lehrinhalte über ein Online-Angebot zu erreichen, wird den Studenten ein selbstständiges Lernen unabhängig von Vorlesungszeiten und Seminarterminen ermöglicht. Dadurch werden Lernzeiten flexibel gehalten, was sowohl für Studenten als auch Lehrende einen großen Zugewinn bedeutet. Wer lernen und sich weiterbilden will, kann dies rund um die Uhr tun – und das sollte im 21. Jahrhundert eigentlich selbstverständlich sein.

Bildrechte:
Titelbild: ©istock.com/katarzynaBialasiewicz
Studenten auf Wiese: ©istock.com/Minerva Studio
Studentin vor Computer: ©istock.com/ViktorCap


Ob Online oder Print – gut soll es aussehen und die richtige Message muss ankommen. Nicht nur der Blick auf das Endprodukt, sondern auch auf die Ideengeber und die grafische Gestaltung ist mir wichtig, daher liegen mir die Themen Menschen, Design und Marketing besonders am Herzen.

2 Kommentare

  1. Schöner Artikel – vielen Dank auch, dass Sie den elerner.de hervorgehoben haben. Was hier vielleicht noch nicht so herausgekommen ist: Infra/struktur, Flexibilität usw. sind alles tolle Sachen, aber ein Hochschulblog lebt nur dann, wenn es “lebt”, d.h. wenn es (wie unseres an der HWR) ein echtes Multi-Autoren-Blog ist (in unserem Fall: mehr als 80 Autoren, davon die meisten Studierende) und einfach dauernd Qualität auf die virtuelle Straße bringt…dabei muss nicht jeder Beitrag ein Haupttreffer sein (wie der Blog-Vergleichstext von Sebastian Pohl, den Sie hervorgehoben haben) – es ist unserer Erfahrung nach sogar wichtiger, eine authentische studentische “Stimme” zu haben, als wissenschaftlich oder sonst irgendwie überlegen zu sein…Ihnen noch viel Erfolg beim Verbreiten der Nachricht!

  2. Danke auch von mir für den Verweis auf unseren (HWR Berlin) Beitrag über den Hochschulblog-Vergleich. Ist es angezeigt, als kleine Präzisierung, zwischen verschiedenen Kategorien von Anwendungen zu unterscheiden? Mein Vorschlag wäre, zwischen
    a) Blog-Software, für einen Hochschulblog (bspw. WordPress),
    b) Lernplattformen bzw. Learning-Management-Systemen (LMS) (bspw. Moodle oder Blackboard) und
    c) anderen, wie z. B. Webkonferenz-Anwendungen (bspw. Adobe Connect, mit Dokumentteilen (document sharing) oder Bildschirmteilen (screen sharing))
    zu unterscheiden.
    Viele der im Beitrag erwähnten Funktionen sind wohl eher der Kategorie b) als a) zuzuordnen.

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