Videos: Worauf kommt es bei kurzen Filmen wirklich an?

7. September 2015

Erklärvideo, Imagefilme, Werbevideos: In einen Topf werfen kann man kurze Filme auf gar keinen Fall. Sie unterscheiden sich in Zweck, Aufmachung und Message. Wir haben mit der Expertin Vanessa von voivio.de darüber gesprochen, was ein gutes Video ausmacht und was ihr bei der Produktion beachten solltet.

Imagefilm

Ob Erklärvideo, Imagefilme oder Werbevideo: professionell muss es sein.

Worauf kommt es an? Das A und O: Professionalität

Vanessa von Voivio, das sich selbst „Erklärvideo Marktplatz“ nennt, verrät uns: „Ein gutes Video braucht eine packende Story. Wie damals im Deutschunterricht gibt es eine Einleitung um den Zuschauer ‚abzuholen‘, einen Hauptteil mit dem eigentlichen Thema des Videos und einen Schluss um das Ganze abzurunden.“

Als goldene Regel, damit auch nichts schiefgeht, beschwört Vanessa: „Erst wenn das Konzept steht, geht es an die Umsetzung.“ Die Professionalität des Videos ist das A und O. Damit ist aber nicht nur die Videoqualität gemeint, sondern auch professionelle Sprecher, passende Hintergrundmusik und Soundeffekte.


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Die Arten von Videos

Erklärvideos eignen sich vor allem dafür, komplexe Sachverhalte anschaulich darzustellen. Meist sind das animierte Videos, die nur ein paar Minuten lang sind. Vorteil: Diese kurzen, meist unterhaltsam gehaltenen Filme werden eher konsumiert und aufgenommen als lange Texte (siehe außerdem: Elaboration Likelihood Model von Petty und Cacioppo). Voivio haben auf ihrem Blog 8 Faktoren für ein hochwertiges Erklärvideo zusammengestellt.

Ein gutes und populäres Beispiel für einen gelungenen Erklärfilm ist der Beitrag von Attac zu TTIP:

Imagefilme dagegen sind im Vergleich zum Erklärvideo real gedreht und portraitieren, in werbender Absicht, ein Unternehmen: dessen USP’s, Werte und Philosophie. Von der Geschäftsleitung über Mitarbeiter und Kunden kann hier jeder zu Wort kommen.

Produktvideos fallen meist unter Imagefilme: Hier steht allerdings das Produkt mit seinen Funktionen und Vorteilen im Vordergrund.

Werbevideos werden meistens eher als „störend“ empfunden. Scheinbar bieten sie keinen Mehrwert für den Konsumenten. Ein Werbespot hat die Hauptaufgabe, den Verkauf des Beworbenen Produktes zu steigern.

Welche Art von Video ist für welches Unternehmen geeignet?

Auf unsere Frage, für welche Firma welche Arten von Video überhaupt interessant sind, antwortet Vanessa klar: „Grundsätzlich ist ein Video für jede Firma gut.“ Letztlich muss jedes Unternehmen hier selbst entscheiden, was mit dem Film erreicht werden soll.

„Bei einem Dienstleister, wie einem Steuerberater oder Handwerker, eignet sich eher ein Imagevideo. So kann man Sympathien aufbauen. Wer nur im Online-Bereich tätig ist, oder beispielsweise eine sehr komplexe Leistung anschaulich erklären möchte, der ist mit einem Erklärvideo gut beraten. Eine Face-to-Face Unterhaltung kann dadurch relativ gut ersetzt werden.

Klappe und Action - fertig ist das perfekte Werbevideo? Nicht so schnell, denn es gibt einige Do's und Don'ts, die es zu beahcten gibt.

Klappe und Action – fertig ist das perfekte Werbevideo? Nicht so schnell, denn es gibt einige Do’s und Don’ts, die es zu beachten gibt.

Do’s für ein gutes Video

Für einen guten und hochwertigen Film unverzichtbar sind laut Vanessa:

  • Gründliche Definition der Zielgruppe: Je genauer sie festgelegt ist, desto gezielter kann sie angesprochen und erreicht werden.
  • Stilfindung passend zur Zielgruppe: Humor, Seriosität? Was passt?
  • Klare Zielverfolgung des Videos
  • Nicht am falschen Ende sparen! Ein gelungenes Video erfordert viel Know-How und viel viel Arbeit.
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Nur mit der richtigen Vernetzung wird euer Video auch von der Zielgruppe entdeckt.

Don’ts für ein eigentlich gutes Video

Doch es gibt auch einige Fauxpas, die ein eigentlich gutes Video zu Fall bringen. Vanessa nennt uns hierfür den wichtigsten Punkt: „Das Schlimmste ist natürlich, wenn das Video niemand zu sehen bekommt. Ein Video kann noch so gut gemacht sein, es muss auch verbreitet werden.“

Für ein erfolgreiches Video solltet ihr außerdem für Folgendes sorgen:

  • Verbreitung, Vernetzung, Sichtbarkeit: Auf Plattformen wie YouTube und sozialen Netzwerken sollte das Video zu finden sein. Auch die Sichtbarkeit im Internet ist entscheidend: Hierfür ist die Suchmaschinenoptimierung für Videos unerlässlich. Title und Description (Beschreibung) sollten schon die wichtigsten Keywords enthalten, nach denen gegoogelt wird.
  • Aussagekräftiges Vorschaubild und sinnvolle Tags/ Schlagwörter: Das Bild sollte Aufschluss darüber geben, was im Video zu erwarten ist. Außerdem kann das Video „verschlagwortet“ werden; Schlagworte können festgelegt werden, unter denen der Film eingeordnet wird und dementsprechend leichter zu finden ist.
  • Nicht zu lang und nicht zu kurz! Eine Länge von zwei Minuten sollte, wenn möglich, nicht überschritten werden.
  • Call-to-Action und Branding im Video: Der Zuschauer soll am Ende zur gewünschten/ beabsichtigten Handlung bewegt werden. Außerdem muss die Marke klar herausgestellt werden, damit evident ist, von wem der Film überhaupt kommt.

Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Konzeption und Produktion und danken Vanessa herzlich für das Interview!

Bild 1: istockphoto.com/genkur, Bild 2: istockphoto.com/IvelinRadkov, Bild 3: istockphoto.com/ Ljupco, Bild 4: istockphoto.com/ Anthony Brown


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