Unternehmenskommunikation

So funktionieren Videos in der Unternehmenskommunikation

7. Juni 2016

Videos und Unternehmenskommunikation – passt das zusammen? Sehr gut sogar! Wir haben Richard Klein von eyecatcher interviewt und spannende Fakten über die Unternehmenskommunikation an sich sowie Videos als vielfältiges Medium erfahren.

VIdeos inder Unternehmenskommunikation

Ein Video kann in kurzer Zeit starke Emotionen vermitteln, eine klare Message verbreiten und ist Texten und Bildern in Sachen Vielfältigkeit einiges voraus.  Nur ein Beispiel für die zahlreichen Möglichkeiten von Bewegtbildern sind  360-Grad-Videos. Und auch innerhalb eines Unternehmens erzielen gut gemachte Videos mit interessantem Inhalt eine große Wirkung. Zu den vielfältigen Möglichkeiten zählen beispielsweise Imagefilme, Videostatements, Unternehmenspräsentationen und Jubiläumsfilme.

Experteninterview: Videoproduzent Richard Klein beantwortet uns die wichtigsten Fragen

Richard Klein ist Gründer und Geschäftsführer der Kölner eyecatcher Medienproduktion GmbH. eyecatcher bietet Videoproduktion, Mediengestaltung und Nachbearbeitung an und produziert bewegte Bilder für Unternehmen, Institutionen, Verbände sowie Ausstellungen und Museen. Von Richard haben wir viele Tipps und Möglichkeiten rund um Videos als Kommunikationsmittel von Unternehmen erfahren.


Unternehmenskommunikation

Seit 1991 Video-Editor und Compositing Artist: Richard Klein.

Hallo Richard. Zunächst möchten wir uns einen Gesamtüberblick über Unternehmenskommunikation  verschaffen. Was verstehst du unter dem Begriff?

Richard: Es ist der Überbegriff für jegliche Kommunikation eines Unternehmens: intern mit den Mitarbeitern, extern zu den Zulieferern, Kooperationspartnern, Kunden, potenziellen neuen Mitarbeitern und generell zur Öffentlichkeit. Sie dient in erster Linie dem Zweck der Information: Was macht das Unternehmen, was sind seine Ziele, seine Werte, seine Besonderheiten?

Für mich, als Produzent bewegter Bilder, spiegeln sich diese Aspekte in den verschiedenen Unternehmensfilm-Gattungen wider. Ziele und Werte können beispielsweise über Employer Branding Filme vermittelt werden, neue Mitarbeiter umwirbt man heute gerne mit speziellen Recruitingvideos, und auch zur Präsentation von Produkten und Dienstleistungen gibt es vielfältige Formate.

Warum ist Unternehmenskommunikation so wichtig?

Richard: Unternehmenskommunikation findet ja per se statt, ob ich das will oder nicht. Die Erkenntnis muss einfach sein, dass man die Art und Weise, wie das Unternehmen kommuniziert, steuern kann. Insbesondere Filme bieten dabei die Möglichkeit, Informationen sinnlich-emotional zu verpacken. Visuell, akustisch, rhythmisch, musikalisch – Filme wirken auf ganz vielschichtige Weise, d.h. man kann die Dramaturgie der Kommunikation in weiten Teilen lenken, und das sollte man auch.

Welche Kanäle bieten sich dafür an?

Richard: Erstmal jeder Kanal, mit dem man andere erreicht. Da gibt es zum einen nach wie vor die „klassisch“ elektronischen, wie zum Beispiel als Spot im TV, im Einsatz auf Messen oder als Digital Signage am Point-of-Sale. Dazu kommen heute zahlreiche digitale Kanäle: auf der eigenen Homepage, bei YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat – es kommt darauf an, wo man die höchste Dichte an wichtigen Ansprechpartnern erwartet. Wo tummeln sich die Kunden, wo die Meinungsmacher, wie erreiche ich die Presse?

Worauf sollte vor, während und nach der Produktion eines Videos, das der Unternehmenskommunikation dient, geachtet werden?

Richard: Man muss sich im Vorhinein überlegen: Was möchte ich mit diesem Video transportieren? Was soll der Betrachter im Anschluss über mein Unternehmen oder mein Produkt denken? Auf Wunsch arbeiten wir das mit dem Kunden zusammen heraus.

Je nach Budget, das dem Unternehmen für einen Film (oder mehrere) zur Verfügung steht, entscheidet man sich dann für eine bestimmte Produktionsweise.

Dabei muss man sich nicht immer den klassischen Imagefilm vorstellen. Manche Unternehmen haben komplizierte Abläufe und möchten die dem interessierten, potenziellen Kunden auf unterhaltsame Weise präsentieren. Dann eignet sich ein Erklärvideo hervorragend. Oder man möchte ein Gefühl transportieren, hat aber nicht das Budget für aufwändige Dreharbeiten und professionelle Darsteller. Dazu kann man auch Stock Footage benutzen, also bereits vorher gedrehtes, hochwertiges Filmmaterial, und daraus einen emotionalen Film machen. Da gibt es ganz viele Möglichkeiten.

Wenn das Video produziert wurde, ist es wichtig, wie man es zum Betrachter bringt. Es reicht nicht, es einfach bei YouTube hochzuladen und zu hoffen, dass es gefunden wird. Man muss es auch kommunizieren, mit ihm arbeiten, es für sich und die Zwecke, für die es produziert wurde, nutzen.

VIdeos in Meetings

Videos können auch Meetings auflockern.

Wie unterschiedlich „kommunizieren“ verschiedene Unternehmen, und warum ist es wichtig, dass sich ein Unternehmen für eine Linie entscheidet?

Richard: Es kommt immer darauf an, welche Menschen man mit seinen Kommunikationsmaßnahmen erreichen will. Habe ich ein entscheidungsintensives Produkt wie ein Auto, dann muss ich klar kommunizieren, dass ich ein seriöses Unternehmen bin, das Wert auf qualitative Verarbeitung und hochwertige Technologie legt. Da sollte die Kommunikation nicht so flapsig sein wie zum Beispiel bei einem Lifestyle-Produkt, bei dem man vermitteln möchte, wie easy und schön das Leben sein kann, wenn man dieses Produkt verwendet.

Als Kunde muss ich auch einen Plan erstellen, wie ich das kommuniziere. Dabei kann ich natürlich verschiedene Kanäle benutzen.

Damit die Öffentlichkeit und auch die Mitarbeiter die Werte und die Ziele des Unternehmens verstehen, sollte die Kommunikation konsistent sein. Ich kann mich nicht heute als coolen Hund verkaufen und morgen im Anzug seriös den Kunden siezen. Das ist eine irritierende Botschaft. Wenn ich weiß, wie ich mein Unternehmen verstanden wissen möchte, sollte ich mich für diese Linie entscheiden und sie weiter verfolgen.

Worin siehst du die Zukunft von Videos in der Unternehmenskommunikation?

Richard: Der Trend geht weg vom langen, aufwändig produzierten Imagefilm, hin zur Serie von kurzen Filmen mit verschiedenen Schwerpunkten. Man nennt das „Snackable Video-Content“. Das kommt sowohl der durch die Vielzahl an Informationen verkürzten Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer entgegen und hat auch für den Kunden den Vorteil, „sein Pulver“ nicht auf einmal zu verschießen, sondern die vielen Kanäle mehrfach bespielen zu können.

Wir bedanken uns bei Richard für das Interview und hoffen, Ihnen neue Inspirationen für die Unternehmenskommunikation gegeben zu haben. Wenn Sie noch nicht genug von Videos haben, können Sie hier Wissenswertes rund um Grundlagen des Videomarketings und Erklärvideos nachlesen.

Bilder: Bild 1: ©iStock/Weedezign, Bild 2: © Teresa Rothwangl, Bild 3: © iStock/KatarzynaBialasiewicz


Meine Leidenschaft gilt Marketingstrategien aller Art. Als Redakteurin bin ich ständig auf der Suche nach neuen Marketing-, Werbe- und PR-Trends. Auf Werbezunder kann ich meine Vorlieben miteinander vereinen und Artikel über vielfältige Themen schreiben.

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