So nicht! – Die schlechtesten Marketing- und Social Media-Kampagnen der letzten Jahre


Wenn der Begriff Werbung fällt, ist die häufigste Reaktion wohl erst einmal ein Seufzer. Neben vielen guten gibt es nämlich auch viele schlechte Kampagnen, die versuchen, das eigene Produkt bestmöglich zu vermarkten. Dass man mit einer solchen Werbemaßnahme nicht nur Seufzer, sondern auch regelrechte Empörung hervorrufen kann, zeigen wir euch anhand einer Liste an Negativ-Beispielen aus den Bereichen Marketing und Social Media.

“Es ist deine Zeit“

Mit diesem Spruch wirbt Vodafone 2009 für…ja für was eigentlich? Das fragt man sich wirklich, wenn man sich den Spot ansieht, in dem Leute Bus fahren, ein Mann vom Dach fallschirmspringt, ein Junge Würfel stapelt und eine Oma verwirrt vor dem PC sitzt – und das alles singend. Ist alles schön und gut, aber was bezweckt die Werbung damit? Eigentlich sollte sie wohl die Generation „Upload“, sprich Blogger, Twitterer etc. ansprechen, die die frohe Botschaft Vodafones verbreiten sollten. (Quelle) Genau die fühlten sich aber nicht geschmeichelt, sondern benutzt und twitterten anstatt positiver nur negative Beiträge. Darüber hinaus wären auch die Tarife von Vodafone nicht erschwinglich für die „Uploader“ gewesen, die sie so dringend anzusprechen versuchten. Außerdem zielte die Kampagne, die rasend schnell über alle möglichen Wege verbreitet wurde, auch auf die Nicht-Smartphone-Besitzer ab. Schade nur, dass die das nicht mitbekamen.

„Don’t be a Maybe“

Wie bitte? Ich soll kein Vielleicht sein?

Da stellt man sich die Frage, ob das eigene Englisch so schlecht ist oder ob es an der Marlboro-Werbung selbst liegt. Vielleicht nicht die beste Idee, eine Kampagne zu starten, die der Großteil der angesprochenen Zielgruppe nicht versteht. Maybe steht hier nämlich für Zauderer, also ein Zu-Allem-Vielleicht Sager. (Quelle) Tja, das weiß bloß keiner, Muttersprachler ausgenommen. Dieser Aspekt ist aber nur ein winziges Problemchen, betrachtet man die juristischen Auswirkungen. Die junge, frische, neue Kampagne spricht nämlich, im Gegensatz zum alten wettergegerbten Cowboy, auch die junge, frische Generation an. Und das ist bei Tabakwerbung schlicht verboten, weshalb die Kampagne (Plakate) in Deutschland gestoppt wurde. Was haben die sich nur dabei gedacht, fragt man sich da?


#Deine Freiheit

Damit ruft Nestlé/Nestea seit einiger Zeit auf, die eigene Freiheit via Twitter oder Facebook kundzutun. Womit der Konzern nicht gerechnet hat: ein regelrechter Shitstorm. Grund dafür ist der Skandal vor zwei Jahren, bei dem Nestlé von Greenpeace aufgrund seines Palmölzulieferers unter Druck gesetzt wurde. Die Menschen fragen sich: #deinefreiheit auch für die armen Menschen, dessen Wasser der Konzern wegnimmt? (Quelle) Diese Kampagne schadet wohl eher dem Image, als es aufzupolieren.

Diese Sache mit Twitter

Eigentlich ist die Plattform ideal, um auf sich aufmerksam zu machen und wird gerne auch von Firmen aller Art genutzt. Dass das auch nach hinten losgehen kann, hat der Tweet von „Home Depot“ gezeigt, in dem ein Foto von drei Männern, die Schlagzeug auf Eimern spielen, gezeigt wird. Zwei davon haben eine dunkle Hautfarbe, einer trägt ein Affenkostüm. Die Frage an die User: Welcher Drummer ist nicht wie die anderen? Reaktion der User: Empörung und eine Shitstorm, der Seinesgleichen sucht. Natürlich folgte eine ausführliche Entschuldigung des Unternehmens, aber der Knacks im Image ist wohl da. Ob der Tweet vom Social Media Team wirklich rassistisch gemeint war, ist wohl zu bezweifeln, aber man sieht mal wieder: Erst nachdenken, dann posten!

Verflixte Sprache

Die Firma Clairol verkaufte in Deutschland Lockenstäbe mit dem Namen „Mist Stick“. Blöd nur, dass das englische Wort für Nebel (mist) aus deutscher Sicht nun mal Mist bedeutet.

nothing_sucks_like_electrolux

Das schwedische Unternehmen Electrolux vertrieb in den USA seine Staubsauger mit dem Slogan: „Nothing sucks like an Electrolux“. Mhh so so, „nichts ist so s****** wie ein Elektrolux“ also. Das passiert, wenn man nur die eine Wortbedeutung nachschaut. Gemeint war „saugen“, umgangssprachlich wird das Wort aber anders verwendet. (Quelle)

Der klassische Smartphone-Fehler

Viele Firmen nehmen gerne berühmte Persönlichkeiten als Werbegesichter. So auch Samsung mit Franz Beckenbauer. Der sollte zu Werbezwecken von seinem Handy aus für Samsung twittern. Die Crux an der Sache war jedoch, dass bei der Twitter-App angezeigt wird, von welchem Gerät getwittert wird. Und das war in diesem Fall ein iPhone. Fettnäpfchen-Alarm, da genau Apple der größte Konkurrent von Samsung ist! Der Kaiser bleibt mit diesem Faux Pas aber nicht alleine.

Dies war nur eine Auswahl an Werbepatzern sogar großer Konzerne und sie zeigt deutlich, wie wichtig es ist, sich vorher gut zu überlegen, wie man für sein Produkt werben will. Nichts Unüberlegtes tun heißt die Devise, denn das kann ganz schön nach hinten losgehen!


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